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Seit dem frühen 18. Jahrhundert ist die aus der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Mandola entwickelte Mandoline das Nationalinstrument der italienischen Halbinsel. Diese kleinere, kurzhalsige Laute hat je nach regionaler Ausformung vier bis sechs Metallsaitenpaare in Violinstimmung. Die neapolitanische Mandoline besitzt einen charakteristisch bauchig-birnenförmigen Korpus, währenddessen norditalienische Varianten wie die genuesische u. die Mailänder Mandoline einen flachen Korpus mit Zargen aufweisen. In Europa avancierte sie zum Bestandteil der Arbeiterfolklore, deren Mandolinenorchester auch größere Varianten wie Mandoloncello, Mandolone, Mandora u. Mandobass integrierten. Außerhalb Europas wurde die Mandoline in den USA als Instrument der Old-Time- u. Mountain-Music (siehe Appalachian Mountain Music & Bluegrass) populär, die sich Orvelle Gibsons 1898 entwickelten Flachkorpusmodells bedienten. Durch Musiker wie Andy Statman u. David Grisman, der aus dem Bluegrass einen eigenen eklektizistischen Jazzstil entwickelte (Dawgs Music bzw. Newgrass), wurden auf dieser spezifischen Bluegrassmandoline neue technische Standards entwickelt. Ansonsten hat die Mandoline, besonders in ihrer flachbauchigen Variante, als überregionales Folkinstrument Bedeutung. In die irische traditionelle Musik fand sie ungefähr gleichzeitig mit dem Banjo Eingang. Mike Flanagan von den Flanagan Bros. spielte in den 20er Jahren neben dem Banjo die Mandoline. Paddy Keenans Vater John u. sein Onkel Scully Keenan integrierten die Mandoline in den 50er Jahren in die Session-Szene Dublins. Nicht zu vergessen auch der Beitrag von Dubliners-Mitglied Barney McKenna für die Popularisierung dieses Instruments in Irland. Weitere herausragende Vertreter der nachfolgenden irischen Folkepoche waren Andy Irvine u. Mick Moloney, ehe die Mandoline in den 70er u. 80er Jahren etwas zu Gunsten der Bouzouki ins Hintertreffen geriet. Erst in letzter Zeit taucht sie im irischen Folk wieder vermehrt auf. In der englischen Szene interessierten sich für sie vor allem Musiker aus dem Folk-Rock-Bereich wie Dave Swarbrick, Dave Pegg u. Richard Thompson. Einfallsreiche Virtuosen findet die Mandoline im Engländer Simon Mayor u. dem Iren Paul Kelly, deren Oeuvre von englischem bzw. keltischem Folk über Klassik bis zu Latin-Jazz u. Bluegrass (bzw. Newgrass) reicht. Stark an Swing u. Bluegrass angelehnt ist auch die Adaption traditioneller irischer Musik durch John Colfer, u. Kevin MacLeod adaptiert schottische Tunes für Mandoline, der ungekrönte König der schottischen Mandoline ist indes Iain MacLeod von der schottischen Avantgarde-Dancefloor-Band Shooglenifty. Er ist auf seinem Instrument ein virtuoser Modernisierer, zeigt aber großen Respekt für die traditionellen Wurzeln seiner Musik u. ist einer der gefragtesten Studiomusiker Schottlands. Über Form u. Stimmung der im irobritischen Folk seit den späten 60erJahren gebräuchlichen größeren Verwandten der Mandoline Mandola, Mandocello, Bouzouki, Blarge u. Cittern herrscht aus Mangel einer standardisierten Typisierung einige Verwirrung. |
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