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Mary Black's distinguished career has spanned over 25 years from her early days in Dublin folk clubs through ever-escalating success with seven platinum solo albums. Read [more]


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    Akkordeon / Melodeon  
  Artikel zu Instrument  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„Accordion: An instrument in harmony with the sentiments of an assassin.“

Ambrose Bierce (The Devil’s Dictionary)

Als eines der gebräuchlichsten Instrumente in populärer und Volksmusik lösten Akkordeon, Melodeon und Concertina im 19. Jh. aufgrund ihrer Lautstärke, der Möglichkeit des Harmoniespiels und ihrer relativ leichten Spiel- und Transportierbarkeit eine kleine Revolution aus und drängten nicht selten andere traditionelle Instrumente wie Dudelsack, Geige oder Drehleier in den Hintergrund. Es handelt sich dabei um Blasbalginstrumente, die durch ein System von durchschlagenden Zungen Luft mit Hilfe eines Laternenbalges ansaugen. Ein gewisser Buschmann aus Berlin gilt als einer der ersten Konstrukteure (1822) eines Akkordeonprototyps. Doch wurden Akkordeoninstrumente zu Beginn des 19. Jahrhunderts unabhängig voneinander konstruiert und sind allesamt mit aller Wahrscheinlichkeit von der chinesischen Mundorgel Sheng inspiriert, auf die Europäer im Zuge ihrer Begeisterung für Fernöstliches seit dem Rokoko (chinoiserie) gestoßen waren. Sowohl Akkordeons mit Knopfsystem als auch mit Klaviatur waren von Anfang an in Verwendung. Das eigentliche Pianoakkordeon, wie wir es heute kennen, mit bis zu 41 Tasten und 120 Bässen, kam erst relativ spät, um die Jahrhundertwende in Mode, ebenso wie die chromatische Knopfharmonika. Davor war dessen Prototyp, das Melodeon, führendes Instrument der Tanzmusik (ab den 40er Jahren d. vorigen Jahrhunderts). Es gibt - was die volkstümliche Bezeichnung anbelangt - einige terminologische Ungenauigkeiten bei der strikten Trennung zwischen Melodeon und Knopfakkordeon (button accordion). Mit Letzterem wird in der Regel ein chromatisches Akkordeon bezeichnet, also mit meist zwei oder drei Knopfreihen rechter Hand, wobei die Knöpfe der inneren Reihe jeweils einen Halbton höher erklingen als die korrespondierenden der äußeren Reihe, also vollchromatisches Spiel ermöglichen. Währenddessen stellt das Melodeon in der Regel ein diatonisches Instrument dar, mit dem sich nur Ganztöne spielen lassen. In seiner einfachsten Form besitzt dieses zehn Knöpfe rechter Hand (was das Spiel von zwei diatonischen Oktaven ermöglicht) und zwei bis acht Bässe linker Hand. Zumeist ist das Melodeon in G, D oder C gestimmt. Dieses relativ einfach zu spielende Instrument verbreitete sich sehr schnell und stellte über Generationen hinweg das modernste Volksinstrument dar, sowohl in Irland, Schottland, England und der Bretagne, wo es accordion diatonique genannt wird und bis heute eine ungebrochene Spieltradition besteht. Einen bedeutenden Einfluss auf irische Melodeonmusik übte zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Deutsche John Kimmel aus Chikago aus, der sich für irische Musik interessierte und mit irischen Musikern engen Kontakt pflegte. Auch zum englischen Morris-Dance und im Folk-Revival wird das Melodeon bevorzugt. Dennoch ist das nur eine Variante der terminologischen Unterscheidung, welche zwischen unterschiedlichen Ländern und Regionen variiert. Eigentlich ist das Melodeon ein Button Accordion, und verwirrenderweise werden die Ausdrücke oft sehr willkürlich verwendet.. In Schottland wurde es zu Beginn des Jahrhunderts (vor allem durch die Ceilidh-Bands) vom Piano-Akkordeon verdrängt, in Irland ab den 20er Jahren vom komplexeren chromatischen Knopfakkordeon, das den Subtilitäten der irischen Musik stärker entgegenkommt bzw. diese überhaupt erst mitstimulierte und im Vergleich zum Pianoakkordeon eine breitere Tonvarianz besitzt, da es dem Spieler größeres Können abverlangt. Durch die Renaissance des Set-Dance mit seinen moderaten Rhythmen und Melodien ist auch das Melodeon wieder stärker in Verwendung. In der Regel spielt der professionelle englische und irische Knopfakkordeonist der Folk-Revival-Periode sowohl diatonisches als auch chromatisches Akkordeon. Die irische Akkordeonmusik hat schon lange vor dem Folk-Revival durch traditionelle Individualisten einen hohen Spezialisierungsgrad erfahren. Beliebtesten Stimmungen sind dabei C/C#, C#/D und D/D# gewesen, später fast nur noch B/C. Durch besonders starke Verwendung von (oft für Dudelsäcke und Geigen) typische Verzierungen wie Crannings, Rolls und Cuts (siehe Charakteristische Ornamente der traditionellen Instrumentalmusik) und technische Verfeinerungen (wie dem Inside/Out-System) haben große irische Persönlichkeiten wie Joe Cooley (1923-1974), Sonny Brogan, Joe Burke, Mike Flanagan (siehe The Flanagan Bros.) und John Kimmel (1866-1942) aus den USA, vor allem aber Paddy O’Brien (1922-1991) aus Tipperary neue Standards gesetzt. Eine über traditionelle Musik hinausweisende Ausnahme stellt dabei das Bostoner Akkordeongenie Joe Derrane dar, welches in den 40er Jahren bereits die größtmögliche Präzision erreichte und in der Folk-Szene der 90er Jahre seine musikalische Wiedererstehung erfuhr. Er inspirierte vor allem den innovativsten und stilistisch vielseitigsten irischen Akkordeonisten Mairtín O’Connor, dessen Oeuvre weit über irische Musik hinausweist. Mit ihm vergleichbar ist die äußerst populäre Sharon Shannon, die sich auch außeririscher Musikformen bedient. Ein wahrer Meister des impressionistischen Slow-Airs ist Tony MacMahon. Andere bedeutende von der traditionellen Musik kommende irische Akkordeonisten der Folk-Revival-Periode, die teilweise in der einen oder anderen Form auch modernere Elemente in ihren Stil einflechten (z.B.lyrischen Swing), sind Jacky Daly (Dé Dannan, Arcadyund andere), Paddy O`Brien (Chulrua) aus Co. Offaly, Séamus Begley (siehe Steve Cooney) und dessen Bruder Brendan Begley (Boys Of The Lough), Mick Mulcahy, Conor Keane (Arcady), Aidan Coffey und Colm Murphy (beide Dé Dannan), Donal Murphy (Sliabh Notes), Josephine Marsh, Paul Brock (Moving Cloud), Dermot Byrne (Altan), der großartige James Keane, der junge Leo McCann aus West-Ulster, Brendan ‘Benny’ McCarthy (Danú), Mick McAuley (Solás), Billy McComiskey (Irish Tradition, Trian) aus New York und John Williams (Solás) aus Chikago, um nur die bekanntesten zu erwähnen. Eine Renaissance des irischen Melodeons leitete Johnny Connolly aus Connemara ein.

In Schottland wurden Melodeon und chromatisches Knopfakkordeon weitgehend durch das Piano-Akkordeon verdrängt, obgleich sich der stilbildende Protagonist der schottischen Ceilidh-Musik, Jimmy Shand (1908-2000), eines vollchromatischen Knopfakkordeons bediente. Als wahres Genie hat seit Ende der 70er Jahre Phil Cunningham (Silly Wizard, Relativity) auf diesem Akkordeon Standards gesetzt, die es nicht länger hinter dem Knopfakkordeon nachhinken lassen. In seine Fußstapfen traten Pianoakkordeonvirtuosen wie Karen Tweed (Kathryn-Tickell-Band, The Poozies und a), Donald Shaw (Capercaillie), Ian Lowthian (siehe auch Catriona MacDonald) und Sandy Brechin (Seelyhoo, Bùrach und a.), welche wie Cunningham zu jeder Art von Crossover fähig sind. Mit dezentem Trad-Swing kümmert sich in Irland Alan Kelly um das Piano-Akkordeon. Traditionellere, aber dennoch bedeutende Piano-AkkordeonistInnen der irischen Szene sind Colette O’Leary (Bumblebees), Séamus Meehan aus Dublin und Jimmy Keane (Green Fields Of America) aus Chikago.

In England gibt es im Rahmen des Folk-Revivals eine Reihe von exzellenten Melodeonisten/Akkordeonisten. In den 60er Jahren war Tony Hall der wichtigste Begleitakkordeonist der englischen Szene, ehe im Rahmen des Folk-Rock John Kirkpatrick und Rod Stradling auf den Plan traten, beide sowohl innovativ als auch puristisch, sowie Pete Coe, Brian Peters und Dave Whetstone. Die jüngste und bislang weltoffendste Generation englischer Akkordeonisten wird vertreten durch Musiker wie Andy Cutting (Blowzabella, Fernhill u.v.a.), Saul Rose (Eliza Carthy Band, Dansaul), Simon Edwards (K-Passa, Urban Folk), Simon Care (Albion Band, Edward II.), Simon Ritchie (The Posh Band) und Luke Daniels (Scarp, Reeltime). Walisische Tänze und Songtunes fürs Melodeon adaptierten Mick Tems und Neil Browning. Aus der ungebrochenen Melodeontradition der Bretagne ragen modernisierende Individualisten wie Alain Pennec, Fred Guichen (Ar Re Yaouank), Youen Parantheon (Spontus), Eric Richard (Ti Jaz) und Yann-Fañch Perroches (Skolvan) heraus.