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Über die Herkunft dieses einfachen Instrumentes, welches im Englischen harmonica, mouth organ oder mouth harp genannt wird, besteht noch immer Unklarheit. Die einen wähnen sie eine Erfindung des Deutschen C. F. L. Buschmann (1821), andere meinen, sie hätte sich aus dem Symphonium entwickelt, das der Erfinder der Concertina Sir Charles Wheatstone 1829 entwickelt hatte. Tatsache ist, dass sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts - inspiriert von den fernöstlichen Mundorgeln mit frei schwingenden Zungen - erfunden wurde. Die Mundharmonika gibt es in chromatischen u. diatonischen Ausführungen, in solchen mit bloß einer frei schwingenden Zunge pro Ton (single reed harmonica) u. solchen mit mehreren. Für den Blues erlangte die einfache diatonische Variante Berühmtheit. Für subtilere Jazzelegien bot sich verständlicherweise die chromatische Mundharmonika an, deren Möglichkeiten besonders von Toots Thielemans u. von Mauricio Eichhorn für den brasilianischen Latin-Jazz erweitert wurden. Auch die melodienreiche irische Musik sollte zur chromatischen Variante finden, nachdem Generationen von Musikern sich der diatonischen bedienten. Außer im (Folk-)Blues ist die Mundharmonika an keine bestimmte lokale Tradition gebunden u. war daher wegen ihrer leichten Transportier- u. Spielbarkeit überall in Irland u. Großbritannien verbreitet, ohne von den großen Instrumentalisten der diversen Traditionen wirklich ernst genommen zu werden. Beachtliche Fortschritte in der Adaption irischer Instrumentalmusik u. ihrer spezifischen Verzierungen für dieses vernachlässigte Instrument machten Noel Pepper aus Skibbereen (zu hören auf dem bedeutenden Konzeptalbum The Lark in the Clear Air - Irish Traditional Music Played on Small Instruments), Eddie Clarke aus Virginia, Co. Cavan, eine wichtige Figur in der Dubliner Session-Szene seit den 60er Jahren, Tom Clancy, Rory Ó Leoracháin, Austin Berry, Noel Battle u. die Brüder Phil, John u. Pip Murphy aus Wexford, die für das Label Ceirníní Claddagh ein viel beachtetes Harmonikaalbum einspielten u. auf ihren diatonischen, Oktav- u. Tremoloharmonikas einige neue Techniken entwickelten. Für die Adaption schottischer Musik ist als eher konventioneller Spieler Donald Blue zu nennen, auch Dudelsackvirtuose Duncan MacGillivray bereicherte bereits in den 70er Jahren die keltischen Arrangements der Battlefield Band mit bluesigen Untertönen. Lange vor diesen hatte Tommy Basker (1923-1999) aus dem kanadischen Cape Breton die Mundharmonika in die vorwiegend schottische Musik seiner Region eingeführt, u. durch seine eigenwilligen Verzierungen (Kehltechnik statt Zungentechnik) einen wichtigen Einfluss auf amerikanische, schottische u. irische Spieler ausgeübt. Die Tendenz, keltische Tunes mit relaxten jazzigen oder bluesigen Harmonikasequenzen zu unterlegen, wurde in den letzten zehn Jahren vor allem von Mick Kinsella, Chris Parkinson von der nordenglischen House Band u. dem genialen Amerikaner Mark Graham von der Band Open House vorangetrieben. Seinen unumstrittenen Meister u. größten Innovator fand die „keltische Mundharmonika“ aber im gebürtigen Neuseeländer Brendan Power, der sich am liebsten einer chromatischen Single Reed Harmonica bedient u. Reels u. Jigs auf geschmackvolle Weise verswingt, ein Mauricio Eichhorn der keltischen Musik. |
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