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    Banjo  
  Artikel zu Instrument  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„There is a definite hierarchy of respect accorded to various instruments in the Irish musical tradition. The universally admired uilleann pipes, fiddle and flute rank at the top of the pecking order. The banjo, on the other hand, is still scorned by purists who regard the brash Yankee import as an unwelcome borrowing from blackface minstrel shows.“

Don Meade (Irish Voice)

Das Banjo, welches in der heutigen Form etwa seit Mitte des 18. Jahrhunderts existiert und heute meist in zwei Varianten, dem 5-String-Banjo und dem Tenorbanjo, vorkommt, ist der auf den Sklavenplantagen des Südens der USA modifizierte Nachfahre westafrikanischer Lauteninstrumente, die unter dem Namen Banjer (oder Banjar) auf den amerikanischen Sklavenplantagen des 17. Jahrhunderts auftauchten: ein mit Pferdehaarsaiten bespannter Kürbiskorpus. Allmählich wurde dieser durch einen mit Tierhaut bespannten Holzrahmen ersetzt. Möglich auch, dass beide Typen seit einiger Zeit nebeneinander existiert hatten. Das Banjar alias Banjo wurde bis etwa 1900 mit den Fingern gezupft oder geschlagen. Durch die seit dem 19. Jahrhundert populären Minstrel-Shows gelangte es in die weiße Musik, auch in die Music Halls und Vaudeville-Shows Großbritanniens. In den Vereinigten Staaten ist es seit der Jahrhundertwende integraler Bestandteil des Dixieland und New Orleans Jazz sowie der Old Time Mountain Music, die sich hauptsächlich des 5-saitigen Banjos bedient und bei deren Weiterentwicklung zu Bluegrass (siehe Appalachian Mountain Music & Bluegrass) innovative Meister wie Ashley Clarence Tom, Uncle Dave Macon und später Earl Scruggs die Möglichkeiten des Instrumentes mit Fingerpicking-, Clawhammer- und Frailing-Spielweise immens ausweiteten, was auf die zeitgenössische Verwendung des Instrumentes in der iro-keltischen Musik abfärbte. Das 5-String Banjo verfügt über eine kürzere 5. Saite (Chanterelle), welche mit dem Daumen gespielt wird, und stets höher gestimmt ist als die anderen Saiten. Popularisiert wurde das 5-String Banjo von Joel Walker Sweeney aus Appotomax, Virginia, der es mit seinen Virginia Minstrels bei einer Tournee 1844 in Irland eingeführt haben soll. Erfunden hat er es allerdings nicht. Diese oft behauptete These wird durch Aquarelle aus dem frühen 19. Jahrhundert widerlegt, welche Sklaven beim Spielen von 5-saitigen Banjos darstellt. Über instutionalisierte Verwendung in der dortigen traditionellen Musik ist jedoch wenig bekannt. Erst 1878 werden am Hals des Banjos Bünde befestigt, um die Jahrhundertwende kamen dann die Stahlsaiten auf, und beeinflusst von der damals populären Mandolinenmusik übernahmen Banjospieler der verschiedensten Genres Plektrumtechniken und entwickelten stetig neue. Im europäischen Kontext war es eher ein kosmopolitisches Instrument, von Seeleuten, Kabarettisten, Entertainern und fahrenden Leuten zur Liedbegleitung verwendet, eine Tradition, die mit dem Folk-Revival neuen Aufwind bekam. Repräsentativ für die traditionellere Verwendung als Begleitinstrument war die irische Tinker-Chansonette Margaret Barry (1917-1989), für die des Folk-Revivals Tommy Makem, der stark von Pete Seeger beinflusst ist, welcher wiederum, was weniger bekannt ist, das Banjo nicht nur als Begleitinstrument für seine abertausenden Songs gebrauchte, sondern ein wichtiger Stilbildner und Vorreiter der Old-Time-Music-Renaissance in den USA ist. Auch die Skiffle-Musik, jener Vorreiter des britischen Folk-Revivals, bediente sich, eher vom traditionellen Jazz inspiriert, des Banjos. Das viersaitige, zumeist wie eine Violine gestimmte Tenor-Banjo (EADG) trat seinen Siegeszug durch die USA um 1915 an und wurde eigentümlicherweise mit der Mode des argentinischen Tangos assoziiert, welcher damals die amerikanischen und europäischen Salons zu erobern begann, und firmierte deshalb eine zeitlang auch unter der Bezeichnung Tango-Banjo. Dieser kurzhalsige Typ wurde zum bevorugten Banjo in der Unterhaltungsmusik der Music Halls und Vaudeville-Shows, des späten Ragtime, des Dixieland und New Orleans Jazz und einzelner traditioneller Musiker der irischen Communitys von New York und Boston. Erste Plattenaufnahmen irischer Banjomusik stammen aus den 20er Jahren von den populären Flanagan Bros. aus Chikago, auf denen Michael Flanagan atemberaubende und technisch richtungsweisende Soli spielt. Weitere Banjospieler dieser Periode waren Michael Gaffney aus New York und Neil Nolan aus Maine, Mitglied von Dan Sullivans berühmter Shamrock Band. Ab den 40er Jahren wird das Banjo auch in Irland als Bestandteil der Céilí-Bands populär. Wichtigste Protagonisten seit den 60er Jahren waren und sind Barney McKenna (Dubliners), der sein Banjo eine Oktave unter die Geige stimmte (GDAE) und damit eine Mode auslöste, John Keenan aus Dublin (siehe Paddy Keenan), Davey Arthur (siehe Finbar & Eddie Furey), Kieran Hanrahan (Stockton’s Wing), Mick Moloney, Kevin Griffin, Tony Sullivan, Martin Murray, John Carty, Brian McGrath, Paul Kelly und die brillanten Innovatoren Seamus Egan (Solás) und Gerry O’Connor (Wild Geese, Four Men & A Dog). Besonders bei den drei Letztgenannten ist eine intensivere Auseinandersetzung mit den amerikanischen Stilen zu spüren, von traditioneller Mountain Music bis zu modern-jazzigem Newgrass.