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    Dulcimer  
  Artikel zu Instrument  
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  Source: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Author: Richard Schuberth  
 

Die Dulcimer bzw. Mountain oder Appalachian Dulcimer - so benannt nach dem ostamerikanischen Gebirgszug, von dem aus sie sich in die Folk-Szenen Amerikas u. Europas verbreitete, ist eine einfache Variante der Brettzither (Psalterium) u. findet ihre nächsten Verwandten in der fünfsaitigen Épinette des Vosges aus Frankreich, der zwölfsaitigen flämischen Hommel u. der sieben- bis achtsaitigen norwegischen Langeleik. Ihr Name leitet sich von einer Kombination des lateinischen Wortes dulce (süß) u. dem griechischen melos (Lied) ab. In die Appalachen (siehe auch Appalachian Mountain Music & Bluegrass), das für Ethnomusikologen bis weit in unseres Jahrhundert hinein ein musikalisches Freiluftmuseum offenbarte u. neben einem angloirischen u. englischen ein stark deutsches Element aufwies, dürfte es von deutschen Siedlern importiert worden sein u. somit vom Scheitholz abstammen. Ihre Hauptverbreitung fand die Appalachian Dulcimer in West Virginia u. Kentucky. Sie ist mit drei bis vier Metallsaiten bespannt, wobei eine als Bordunsaite fungiert, u. wird mit einem Plektrum gezupft oder geschlagen, während mit den Fingerkuppen der linken Hand bzw. einem Stab die Saiten verkürzt werden. Die Dulcimer war stets ein typisches Instrument zur Liedbegleitung. Gottesfürchtige Bergebewohner schätzten sie als Alternative zur „sündhaften“ Fiddle, dem Hauptinstrument der nicht minder „sündhaften“ Tanzereien. Besonders die Folk-Sängerin Jean Ritchie ist für die Popularität dieses Instruments außerhalb der Appalachen, in der „intellektuellen“ amerikanischen Folk-Szene verantwortlich. Die an dieser orientierte britische Folk-Szene wusste die archaisch klingende u. einfach zu bedienende Dulcimer zur Liedbegleitung schnell zu schätzen (Peggy Seeger, Shirley Collins, Frankie Armstrong). Empfehlenswert ist diesbezüglich das Konzeptalbum The Free Spirit, bei dem sich die Amerikanerin Lorraine Lee, der Brite Roger Nicholson u. der Franzose Marc Robin, begleitet vom englischen Folkmusiker Jake Walton, an ihren Dulcimers ihr Stelldichein geben. In den speziell keltisch beeinflussten irischen u. schottischen Szenen kam sie jedoch nur marginal vor. Auch in der experimentellen Popmusik der 60er Jahre fand dieses Saiteninstrument gelegentlich Verwendung (z. B. durch Brian Jones von den Rolling Stones bei Mother`s Little Helpers).