Fast Search Musician

A search for musicican or band name is available here. Simply insert the name into the text field and click the search icon...



Zoë Conway is a renowned fiddle player from Ireland who has toured worldwide both as a soloist with Riverdance and as an solo artist. She has released two solo albums and a DVD to date, and is currently composing a violin concerto for fiddle and orchestra. Find out more at her website www.zoeconway.com


Seán Keane from County Galway is decribed as the `greatest musical find of the 90`s` by `The London Independent`. Growing up in a family of singers and musicians, Seán learned the sean-nós style of singing from his mother and his aunts. Read more ...


Die neue CD von Nadia Birkenstock - Keltische Harfe vom feinsten .... [mehr]


Show Article

       
    Fiddle  
  Artikel zu Instrument  
This article was read 1345 times
 
 
  Source: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Author: Richard Schuberth  
 

„Their music knows no detour ... it goes straight to our feet if dance we must, to our eyes if cry we must and always directly to our hearts evoking every shade of joy, sorrow or contentment...The genuine Scottish fiddler has an infallible sense of rhythm, never plays out of tune and is master of his distinctive and inimitable style, which is more than can be said of most ‘schooled’ musicians.“

Yehudi Menuhin (über die schottischen Fiddler)

„Yer brass man is a rafting dog, - well and good.

Yer reed man is a dab hand at sturney, - well and good.

Yer drum man is a rare bowel shaker, - good again.

But I don't care who 'eers me say it

nothing can speak to your heart with the

sweetness of a man of strings“

Thomas Hardy (1840 - 1928)

Die Geige ist das vielleicht typischste Volksinstrument der britischen Inseln. Die Zeiten, als Fiddle (von angelsächsisch: Fithel, gäl.: fidil) u. Violine unterschiedliche Instrumente waren, liegen Jahrhunderte zurück. Heute bezeichnen die zwei Namen eher unterschiedliche ästhetische u. technische Zugänge zu ein u. demselben Instrument. Viele moderne Fiddler der traditionellen Musik u. des Folk haben zumeist auch Ausbildung in klassischer Violine u. Jazzvioline u. lassen diese Einflüsse in ihrem persönlichen Stil auf individuelle Weise zusammenfließen. Doch so genannte klassische Geigenmusik u. „Folk-Fiddling“ haben einander immer schon berührt u. differenzierten sich erst mit dem Siegeszug der bürgerlichen Gesellschaft stärker auseinander, nicht ohne in Kontakt zu bleiben. Im britischen u. irischen Raum spielt der Fiddler zumeist in der ersten Lage, was Tonumfang u. Verzierungsmöglichkeiten im Gegensatz zu klassischen Violinentechniken einschränkt. Auch der wilde zehrende Klang, der durch das gleichzeitige Streichen zweier Saiten entsteht, ist ein Charakteristikum des Fiddelspiels. Traditionelles Geigenspiel hat sich in den letzten 300 Jahren von bloßer monotoner Tanzbegleitung zu einem erstaunlichen Niveau emporgeschwungen, ist nach eigenen Gesetzen zu beurteilen, zumindest nicht nach denen der klassischen Musik. Besonders schottische u. irische Geigenmusik ist rhythmisch, improvisatorisch u. ornamental besonders üppig.

Geschichte. Mitte des 17. Jahrhunderts, vor dem Siegeszug der Violine im britisch-irischen Raum, waren eine Vielzahl von Streichinstrumenten in Gebrauch. Seit dem frühen Mittelalter herrschte der Typus der vertikal gehaltenen Kniegeige vor, von sehr primitiven zweiseitigen Fideln wie der Gue, die sich bis Ende des 19. Jahrhunderts auf den Shetland-Isles hielt u. dem Typus zentralasiatischer Rosshaarfideln entspricht, bis zu mehrsaitigen Streichinstrumenten aus der Familie der Rebec (die sich von der arabischen Rabab herleitet). Auch wie sonst in Europa war die alternative Verwendung psalterartiger Lyren als Zupf- u. Streichinstrumente üblich, wie etwa bei der sechssaitigen Cruit (gälisch) alias Crwth (walisisch) alias Crowde (englisch) alias Rotta (italienisch), oder in Irland bei der Tiompán u. der achtsaitigen Ocht-Tedach. Im Laufe des Mittelalters setzten sich auch horizontal gegen Brust, Schulter oder aber bereits unters Kinn gepresste Fideln durch. Erst durch diese Haltung erlangte das Instrument während des Spiels die Stabilität, welche das Fingerspiel in mehreren Lagen u. komplexere Grifftechniken erlaubte. Die heutige Violine stammt aus dem Italien um 1550 u. breitete sich allmählich im restlichen Europa aus. Nach Schottland dürfte sie durch französische Orchester im Tross der Königin Maria Stuart gekommen sein. Und Schottland war es auch, wo die Geige als Volksinstrument ihr höchstes Niveau erlangte. War im gesellschaftlich fortgeschritteneren England die Gesellschaft u. damit die musikalischen Stile stärker ausdifferenziert, so gingen in Schottland gälische, angelsächsische u. kontinental beeinflusste höfische Musikformen stets engere Bindungen ein. Ende des 17. Jahrhunderts begann die Fiddle auch in den abgelegensten Gegenden den Dudelsack u. die Harfe zu substituieren u. imitierte zunächst Tonumfang u. Bordune des ersteren. Einer der letzten großen Harfenbarden Ruairidh Dhall Morrison (ca.1656-1714) konnte wenig Verständnis aufbringen für seinen neuen zumeist recht derben Konkurrenten: „If fiddling is music that’s enough of it.“ Doch die anfangs raue Geigenmusik sollte alsbald unter Einfluss bürgerlicher Kreise u. klassischer Verfeinerung ein erstaunliches Niveau erreichen. Frühe Tunebooks zeugen von komplexen synkopischen Arrangements für traditionelle Tunes, u. in den Händen von Geigern/Komponisten wie Daniel Dow oder Simon Fraser of Gilnockie (der eine der ersten Sammlungen gälischer Melodien veröffentlichte), vor allem aber Niel Gow (1727-1807) aus Perthshire sollte dieses Instrument in Schottland seinen ersten künstlerischen Höhepunkt erfahren. Der komplizierte Strathspey wurde zur Signatur schottischer Musik schlechthin u. nötigt noch heute klassischen Geigern Respekt ab. Mit den erweiterten technischen u. tonalen Möglichkeiten der Geige trat auch der wilde Reel im 4/4-Takt seinen Siegeszug an u. wurde über Nordirland kommend auch zum schnell pochenden musikalischen Herzen irischer Musik. Dort ist die Fiddle/Violine auch bereits im 17. Jahrhundert in Verwendung gewesen u. ein gewisser Richard Head konstatierte 1674: „in every field a fiddle, and the lasses footing it til they were all of a foam.“ Das späte 18. Jahrhundert erwies sich in England, Schottland u. Irland als die Glanzzeit der Tanzes- u. Sinnesfreude, angeheizt durch die Fiddle u. ihre vielen Virtuosen u. Komponisten. Ein Großteil der Reels, Hornpipes u. Jigs, oft recht komplexe Stücke, die heute zum anonymen Volksgut zählen, sind Kompositionen damaliger anonymer Meister.

Traditionelle Stile. Je nach Regionen haben sich sehr unterschiedliche Geigenstile herausdifferenziert, die sich durch Finger- u. Bogentechniken, diverse Ornamente u. Färbungen unterscheiden. In Schottland z. B. der archaische wilde u. am stärksten von Dudelsackverzierungen beeinflusste West-Highland-Stil, die entwickelteren Fiddlestile des Nordostens (Aberdeenshire) u. der östlichen Highlands (Perthshire), die auf die Errungenschaften der Fiddlekomponisten Niel Gow, seines Sohnes Nathanael Gow (1763-1831) u. William Marshalls (1749-1833) zurückgehen u. von Maestro James Scott Skinner (1843-1927) mit klassischen Elementen zu einer neotraditionalen Kunstmusik weiterentwickelt wurden, wie sie bis heute noch von der sentimentalisierten Geigenmusik der konservativen Fiddle-Orchester fortgeführt wird. Die Shetland-Inseln warten mit einem sehr distinkten Geigendialekt auf, der auf leichtfüßige Weise schottisches Repertoire, skandinavische Einflüsse u. irischen Swing in sich vereint. Bedeutendster Vertreter u. Promotor der Shetland-Fiddle in der Vor-Revival-Periode war Tom Anderson (1910-1991), ihm zur Seite standen Fiddler wie Willie Hunter, Willie Pottinger oder Ronnie Cooper. Im kanadischen Nova Scotia, Cape Breton Island, erhielt sich ein wilder synkopischer, schlicht ornamentierter Fiddlestil, den einige Fachleute als historisches Abbild jener schottischen Geigenstile interpretieren, wie man sie noch im 18. Jahrhundert gepflogen haben mag, eine These, welche die genuinen Entwicklung des Cape-Breton-Stils außer acht lässt. Bedeutende Vertreter der älteren Generation: Winston „Scotty“ Fitzgerald (1914-1987), Donald Angus Beaton (1912-1982) Angus Chisholm (1908-1979), Dan R. MacDonald, Buddy MacMaster, Carl MacKenzie oder John Cameron. Auch die verwandten Stile der schottisch-, irisch- oder französischstämmigen Bewohner anderer ostkanadischer Regionen wie Prince-Edward-Inseln, Neufundland, Ontario u. Québec (mit seiner einflussreichen Fiddlelegende Jean Carignan) seien hier erwähnt (siehe auch Québec & French Canada). Die irische Region, in der sich der Einfluss schottischer Fiddlemusik am stärksten niederschlägt, ist natürlich Ulster, vor allem aber Donegal, mit seinen abgehackten stolzen Single-Bow-Techniken. Wichtige Vertreter der älteren Generation: Con Cassidy, Vincent Campbell, Proinsias Ó Mhaonaigh u. allen voran John Doherty (1900-1980). Im starken Kontrast dazu steht der swingende, überaus verzierte Fiddlestil des südlich angrenzenden Countys Sligo, der erst durch seine individuellen Weiterentwicklungen durch die nach New York emigrierten Meister Michael Coleman (1891-1945) u. James Morrison (1893-1947) seine höchste Raffinesse erfuhr (siehe auch Der Sligo-Stil). Deren meistimitierter „Ansatz“ drohte für Jahrzehnte in Irland u. den USA andere lokale Stile von der Bildfläche verschwinden zu lassen, ein Trend, der mittlerweile rückläufig ist. Andere klassische Vertreter des Sligo-Style: Packie Dolan, Hugh Gillespie, Paddy Killoran, Lad O’Beirne, Paddy Reynolds, Larry Redican, John Vesey, Andy McGann u. Michael Gorman (siehe Margaret Barry & Michael Gorman). Moderater, aber melodiebetonter, mit einem versonnenen Hang zu Moll-Tonleitern gibt sich das Geigenspiel traditionellerweise in East Galway. Sein herausragender Interpret u. Komponist ist Paddy Fahy. Südlich schließt das County Clare an, das musikalische Herz Irlands, mit ebenfalls sehr melodiösen, aber unbändigeren Geigenstilen. Bedeutende Fiddler der Vor-Revival-Periode: Paddy Canny, John Kelly (1912-1987), P. J. Hayes (1920-2001), Frank Custy, Joe Ryan, Bobby Casey (1926-2000) u. Junior Crehan (1908-1998). Ein weiteres Zentrum distinkter Fiddlestile stellt das südwestirische County Kerry, insbesondere die ans County Cork anschließende Region Sliabh Luachra dar, mit ihrem archaischeren, unverzierteren, aber umso kraftvolleren Geigenspiel. Wichtigste Vertreter: Pádraig O’Keefe (1888-1963), Julia Clifford (1914-1997) u. deren Bruder Denis Murphy (1910-1974).

Folk-Revival. Das auch instrumentale Folk-Revival seit den 60er Jahren hat Geigerpersönlichkeiten hervorgebracht, die nicht nur nicht mehr auf regionale Stile beschränkt werden können, sondern überhaupt mehrere Dialekte gleichzeitig beherrschen u. eigene kreieren. Archetyp des britischen Fiddlers des Folk u. Folk-Rock ist der englische Geiger Dave Swarbrick, der schottisches, englisches u. irisches Material in einem hochindividuellen verspielten, aber sehr präzisen, rhythmisch akzentuierten Spiel zum Besten gibt, mit Einsprengseln von Rock, Swing u. Klassik. Die Elektrifizierung der Fiddle wurde von ihm eingeleitet, was schließlich zu einer Beeinträchtigung seines Gehörs führte.

Bereits irische Individualisten der älteren Generation wie Sean McGuire aus Belfast, Tommy Potts (1912-1988) aus Dublin u. Máirtín Byrnes aus London haben sich mit der Akzentuierung der den Tunes inhärenten lyrischen Qualitäten den Vorgaben rein traditioneller Stile entwunden. Weitergeführt wurden deren „Alleingänge“ von bedeutenden Revivalfiddlern wie Kevin Burke, Liz Carroll, vor allem aber dem jungen Martin Hayes. Ab den 70er Jahren dominierten Meisterfiddler wie Tommy Peoples, Paddy Glackin, Séamus Connolly, James Kelly, Seán Keane, Seamus Creagh, Matt Cranitch (siehe Na Filí u. Sliabh Notes), Frankie Gavin, Charlie Lennon, Jackie Small, Seamus u. Manus McGuire das Irish Folk-Revival. In ihre Fußstapfen traten exzeptionelle GeigerInnen wie Cathal Hayden, Gerry O’Connor, Seán Smyth (Lúnasa), Máire Breatnach, Nollaig Casey, Dezi Donnelly, Ciarán Tourish (Altan), Dermot O’Brien, Vince Milne (Nomos), Mary Custy, Eileen Ivers, Seamus & Kevin Glackin, Siobhan Egan (Cherish The Ladies), Liz Doherty u. viele andere. Der schottische Cape-Breton-Stil wird von AusnahmegeigerInnen wie Jerry Holland, Brenda Stubbert, neuerdings von Natalie MacMaster, Ashley MacIsaac u. Wendy MacIsaac vorangetrieben. Die Fiddler des schottischen Folk-Revivals der 70er Jahre orientierten sich zunächst an irischen Tunes u. Techniken, ehe sie das reichhaltige Repertoire an schottischer Tradition ausschöpften. Es waren dies Pioniere wie Aly Bain, Johnny Cunningham, Alasdair Fraser, Dougie MacLean, Pete Clark, Brian McNeill u. John Martin, der als Mitglied der Band Easy Club auch die Brücke zu Celtic Swing schlug. Bedeutendste Fiddler der aktuellen sehr experimentierfreudigen schottischen Szene sind Charlie McKerron (Capercaillie), Ian Hardie, Archibald MacAllister (siehe Ross Kennedy & Archibald MacAllister), Eilidh Shaw, Jonny Hardie (Old Blind Dogs), Gavin Marwick (The Iron Horse), Angus Grant jr. (Shooglenifty), Alistair McCulloch (Coila), Jennifer Wrigley, Bonnie Rideout, Clare McLoughlin u. Marianne Curran (Deaf Shepherd), Chris Stout, Gordon Gunn, Julia Legge, Jenny Gardner, Mairi Campbell u. John McCusker. Weiters Duncan Chisholm, Bruce MacGregor, Catriona MacDonald, Allan Henderson, Aidan O’Rourke (Tabache) u. Iain MacFarlane, welche1998 das fulminante Ensemble Blazin’ Fiddles gründeten, das sich zur Aufgabe gestellt hat, schottische Tunes u. Techniken gegen die Dominanz ihrer irischen Pendants zu fördern.

Der Übergang von südschottischer zu nordenglischer Volksmusik ist ein fließender. Bedeutendster Fiddler der dortigen Szene ist seit Ende der 70er Jahre Tom McConville. Dave Swarbrick, Peter Knight u. Barry Dransfield dominierten als Geiger den (teils sehr artifiziellen) englischen Folk. Geiger wie Chris Leslie, Phil Beer (Show of Hands), Paul Burgess, Flos Fleethead, Dave Shepherd (Blowzabella), Chris Wood u. die Lakeman Brothers (Siehe Kathryn Roberts & The Equation) verfügen über ein sehr breites Repertoire, bemühen sich aber auch um die Eigenheiten genuin englischer Tunes, oft älteren Materials, das den irischen u. schottischen Stücken an Reiz oft in nichts nachsteht. Und da wäre natürlich auch noch Martin Carthys u. Norma Watersons Tochter Eliza Carthy zu nennen, die als Queen des neueren englischen Folk-Rock englische Geigenmusik wieder in ihre Rechte setzt. In Wales bemüht sich besonders die junge Sian Phillips (Wild Welsh Women) um die Rezeption walisischer Airs u. Tanztunes für die Geige.

Auch die Bretagne hat eine lange Geigentradition vorzuzeigen. Wichtigste Geiger des bretonischen Folk-Revivals sind zweifelsohne Jacky Molard, Pierrick Lemou, Fañch Landreau oder aber Christian Lemaître, der gemeinsam mit Kevin Burke u. Johnny Cunningham bei der Celtic Fiddle Festival-Tour die Besonderheiten irischer, schottischer u. bretonischer traditioneller Geigenmusik mit individuellem Touch veredelte. Die zwei daraus resultierenden CDs geben exzellente Einführungen in die traditionelle Geigenmusik dieser Länder ab, zugleich auch Zeugnis von dem höchsten u. eigenwilligsten Standard ihrer Interpretation.