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„The Music of West Clare is unhurrued and played for the satisfaction of the player and the listener; with time in a jig or a reel to savour a particular phrase, to fill out an interval with a felicitous run of notes and to linger on a note to bring out it’s colour.“
Jackie Small
„In Clare, music is one of the necessities of life.“
Paddy Moloney (The Chieftains)
Das sanft hügelige bis ebene westirische County Clare ist das musikalische Herz Irlands. Nirgends sonst hat sich solch eine lebendige Musiktradition erhalten wie in dieser abgelegenen Region, an dessen zerklüfteter Küste die Wellen des Atlantiks sich brechen. Haushalte ohne Musik und Musiker waren und sind in Clare ein Ding der Unmöglichkeit. Erst in den 40er Jahren wurde diese lebendige Musiktradition, die ihre Zentren in den Orten Doolin, Kilfenora, Ennis, Toonagh, Lisdoonvarna und Miltown Malbay fand, von Musikforschern wie Séamus Ennis (1919-1981) „entdeckt“, zu einer Zeit also, als Gälisch beinahe ausgestorben war in Clare. Daher hat dieses County keine besonders originäre Liedkultur zu bieten, dafür aber eine reichhaltige Instrumentalmusik. Für die jungen Freaks des Celtic Folk-Revivals war Clare seit den 60er Jahren ein ethnomusikalisches Dorado, der Ort Doolin an der Atlantikküste ihr Mekka. Nirgends soll der geradezu mediterrane Charakter, den man Irland zuweilen zuschreibt, so stark sein wie in Clare. Bezeichnend, dass die in der irischen Gesellschaft diskriminierten Tinker-Musiker in Clare häufiger offene Türen vorfanden, so versessen waren dessen Einwohner auf Musik. Lässt sich das Wesen der Instrumentalmusik des County Donegal mit der Kurzformel „Drive“ charakterisieren, das der Musik aus Sligo mit „Swing“, so zeichnet sich der Clare-Stil durch besondere Melodiösität aus, was nie auf Kosten der Rhythmik geht. Eine weitere Besonderheit ist die Wertschätzung der Concertina, welche in Clare vor allem von Frauen gespielt wird. County Clare brachte unzählige Musikerpersönlichkeiten hervor, die oft in der Emigration in Dublin, London und New York das Herz der dortigen Session-Szenen bildeten: Fiddler wie Paddy Killourhy, Paddy Ryan, Bobby Casey (1926-2000), Peter O’Loughlin, Paddy Canny, Junior Crehan (1908-1998), John Kelly, P. J. Hayes (1921-2001) und Frank Custy sowie deren berühmten Kinder (bzw. Enkel) Kevin Crehan, James Kelly, Martin Hayes sowie Tola und Mary Custy; Akkordeonisten wie Sonny Brogan, Bobby Gardiner, Tony MacMahon und Conor Keane (Arcady), Flötisten wie Michael Tubridy; und natürlich große ConcertinaspielerInnen wie Mrs.Crotty, in jüngerer Zeit Josephine Marsch, Mary MacNamara oder der unvergleichliche Noel Hill. Willie Clancy aus Miltown Malbay revitalisierte die Uilleann Pipes, welche in Clare zu seiner Zeit beinahe ausgestorben waren, aber auf eine lange Tradition zurückblicken konnten (Garrett Barry, John Cash). Ihm zu Ehren wird seit Mitte der 70er Jahre alljährlich die Willie Clancy Summer School und das Willie Clancy Festival veranstaltet, bedeutende Institutionen zugleich für traditionelle Musik und Folk in Irland.
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