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„Scattered across ist rolling hills, criss-crossed by mountain streams, lives a hardy, gregarious people who pay homage to the polka and slide.“
Charlie Piggot (Ex-Dé Dannan)
Der wilde gebirgige Südwesten Irlands hat sich als der zuallerletzt anglisierte Teil der grünen Insel einige kulturelle Eigenständigkeiten bewahrt, vor allem musikalische. Für Musiker, welche den homogenisierenden Einfluss des komplexen u. swingenden New Yorker Sligo-Stils über hatten, lieferte diese Region einige distinkte Besonderheiten. Besonders im unwegsamen Grenzland zwischen den Countys Kerry u. Cork, dem so genannten Sliabh Luachra (the mountain of the rushes), hielt sich eine lebendige u. eigenständige Tradition, der bereits im 18. Jahrhundert bedeutende Volksdichter wie Aodhagán Ó Rathaile u. Eoghan Rua Ó Suilleabháin entwachsen waren. Hauptinstrument ist die Fiddle. Concertina, Melodeon u. Akkordeon kamen später hinzu. Die auffallendste Besonderheit besteht in der Dominanz der Tanzmetren Polka u. Slide gegenüber Reel u. Jig. Daneben kommen aus der Kerry-Tradition besonders reizvolle Slow-Airs u. Laments. Der Slide entspricht einem Single-Jig im 12/8-Takt. Die Polka nistete sich im Laufe des 19.Jahrhunderts in der irischen Tradition ein. Möglich, dass die älteren Musiker Kerrys den volksmusikalischen Stand dieser Zeit repräsentierten, bevor in anderen Regionen aus Amerika kommend der Reel wieder seine Herrschaft im Repertoire traditioneller Musiker antrat, möglich auch, dass wir in der Polka einfach eine archaischere Form des Reels wiederfinden, mit weniger Noten u. Raffinement. Archaischer wirkt die Instrumentalmusik Kerrys allemal, noch stärker ist sie der Funktion des Tanzes ergeben, u. Vibrati, Rolls u. Triplets (siehe Charakteristiche Ornamente der traditionellen Instrumentalmusik) werden von Fiddlern Kerrys sparsamer verwendet, dafür aber lange energische Bogenstriche u. starke rhythmische Akzente, was ihre dynamische Musik der nordirischer u. schottischer oder aber amerikanischer Fiddler gleichen lässt. Einer der wichtigsten Kerry-Fiddler seiner Zeit war der 1879 geborene Tom Billy. Obgleich blind u. lahm ritt er auf seinem Esel zu seinen Schülern. Im Zusammenspiel stimmten Kerry-Fiddler ihre Instrumente gerne in Oktaven zueinander, was einen besonders dichten Sound zur Folge hat u. nicht erst durch den großen Pádraig O’Keefe (1888-1963) eingeführt wurde, wie man behauptete. Dabei hatte dieses bedeutendste Original südwestirischer Musik infolge seiner Reisen viele neue Inpulse in die Musik Kerrys u. seiner Heimat Sliabh Luachra gebracht. Stilistische Verfeinerungen, dichtere Ornamentierungen u. mehr Jigs u. Reels; man kann sagen, dass O’Keefe die Musik seiner Region aufgrund seiner technischen Fertigkeit von der Funktion bloßer Tanzmusik emanzipierte. Seine berühmtesten Schüler waren das Geschwisterpaar Julia Clifford (1914-1997) & Denis Murphy (1910-1974), mit welchen er das populäre Star-Of-Munster-Trio bildete. Wie er selbst waren Clifford u. Murphy während ihrer langjährigen Aufenthalte in Dublin, London u. New York Botschafter des Kerry-Stils. Die Region brachte auch eine Reihe großer Akkordeonspieler hervor, wie etwa Johnny O’Leary. Jackie Daly, Dereck Hickey, Donal Murphy, Aidan Coffey (Dé Dannan), Mick Mulcahy aus Brosna u. die Brüder Séamus (siehe Steve Cooney) u. Brendan Begley, Letztere auch beide großartige Sean-Nós-Sänger, brillierten in der weiteren Welt des Irish Folk-Revival mit ihrem kreativen Stilmix, erwiesen aber ihrer Herkunftsregion musikalisch stets Reverenz. Bedeutende Fiddler dieser Tradition waren u. sind Paddy Cronin, Séamus Creagh, Matt Cranitch (Na Filí, Any Old Time) u. Connie O’Connell. Ein Gaeltacht, eine gälischsprechende Region, im Südwesten Irlands befindet sich auf der Halbinsel Dingle (u. in Cuol Aodha, wenn man davon absieht, dass das schon im County Cork liegt). Somit hat das County Kerry auch eine reichhaltige Tradition des Sean-Nós zu bieten. Rhythm & Reel- bzw. Folkbands, die die Besonderheiten dieser Regionen in Ehren halten, sind vor allem Sliabh Notes, Beginish u. North Cregg.
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