|
|
Neben der modernen irischen Bouzouki und der Mandola das bedeutendste Begleitinstrument des keltischen (und später auch englischen) Folk aus der Familie der Lauteninstrumente. Unangenehmerweise unterscheidet sie sich bau- und stimmungstypisch oft nicht von genannten Instrumenten. Was in der irobritischen Folkmusik als Mandola, Mandocello, Cittern oder Bouzouki bezeichnet wird, ist somit nicht selten der Willkür des Instrumentenbauers respektive Instrumentalisten überlassen. Die Cittern hat wenig bis gar nichts mit der Renaissancelaute Cister zu tun, welche ihr lediglich den Namen lieh, sondern wurde vom berühmten Instrumentenbauer und Interpreten Stefan Sobell aus Northumberland (Nordengland) Anfang der 70er Jahre konstruiert. Sobell war auch maßgeblich an der Entwicklung der irischen Bouzouki beteiligt. Die Cittern ähnelt ihr in Form, ihr Hals ist jedoch meist kürzer und sie besitzt in der Regel fünf Doppelsaiten (zumeist in GDAD/A, GDGD/G, GDAE/A, AEAE/A gestimmt). Ihr Tonumfang erstreckt sich über zwei Oktaven. Die Kürze ihrer Saiten gibt ihr einen schärferen Klang, als dies bei der Bouzouki der Fall ist, auch klingen die angeschlagenen Saiten kürzer nach. Ihr Klang ist tiefer und ähnelt ein wenig dem der arabischen Oud. Somit eignet sich die Cittern von all den Lauteninstrumenten des britisch-irischen Folk am besten als Melodieinstrument. Ein unumstrittener Pionier und genialer Adapteur für das Melodiespiel ist der Amerikaner Gerald Trimble. Vergleichbares mit Swing- und Offbeatakkorden leistete zur gleichen Zeit Jim Sutherland (The Easy Club) aus Schottland. Weitere wichtige Protagonisten der Cittern sind Ciarán Curran (Altan), Fintan McManus und Garry Ó Bríain in Irland, Ian Luff (Blowzabella) aus England, Robin Bullock (John-Whelan-Band) und Joseph Sobol aus den USA, der mit Unterstützung von in Chikago ansässigen irischen Musikern wie Laurence Nugent und John Williams (Solás) eines der bislang besten keltischen Cittern-Alben (Citternalia) aufgenommen hat. |
|