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Die auch Flageolet oder Pennywhistle genannte 6-löchrige Metallflöte gilt mit ihrem hohen, langgezogenen Sound bereits als Markenzeichen irisch-keltischer Musik. Der für sie typische expressive Soul wird durch die Technik des Slidens erzeugt, bei dem der Finger langsam vom Griffloch gezogen wird u. somit einen jaulenden, fast jazzigen Effekt erzeugt, eine Technik, die bei Holzblockflöten nicht gebräuchlich ist. Nicht immer hatte die Tin-Whistle, die es in allen möglichen Tonlagen gibt, diesen hohen Stellenwert. Zwar wurde sie wegen ihres niedrigen Preises u. ihrer relativ leichten Erlernbarkeit immer wieder, vor allem als Einführungsinstrument für Kinder u. angehende Uilleann-Piper verwendet, doch von den Hütern der Tradition nie so recht ernst genommen, was nichts damit zu tun hat, dass der wichtigste Prototyp dieser Blechflöte, die ab 1843 hergestellte Pennywhistle von Clarke, aus England kam. Tin-Whistle-Konstruktionen waren jedoch bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Gebrauch. Erste Soloaufnahmen stammen von Packie Dolan u. Tommy Hunt aus Sligo (aus dem Jahr 1933). Das erste vollständige Soloalbum, zugleich ein erster Meilenstein für die technischen Möglichkeiten dieses Instruments, stammte von Tom McHaile, Co. Roscommon (Tom McHaile: Tin-Whistle-Champion), eine erstaunlich professionelle Platte, auf der sich McHail vom Belfaster Den Warwick an der Gitarre begleiten ließ. Weitere wichtige Promotoren der Tin-Whistle in den 50er u. 60er Jahren waren Packie Manus Byrne aus Donegal, Flötist u. Saxophonist Josie McDermott (1925-1992), Festy Conlon aus Carna, Connemara, John Maguire (Vater von Fiddler Sean McGuire), das Original Micho Russell (1915-1994) aus Doolin, Co. Clare, mit seinem moderaten Staccato-Stil, sowie die Uilleann-Piper Willie Clancy (1918-1973) u. Séamus Ennis (1919-1981). Bei den konzertanten Experimenten Sean O’Riadas (1931-1971) kam die Tin-Whistle schließlich zu ihrem Recht. Die Mitglieder seiner Hausband Ceoltóirí Cualann Paddy Moloney u. Seán Potts sr. gründeten die Chieftains, in deren Sound dieses Instrument eine maßgebliche Rolle spielte, u. nahmen 1976 die bahnbrechende Platte Tin-Whistle auf. Weitere Virtuosen fand die an Bedeutung gewinnende Blechflöte zunächst in Cathal McConnell (Boys of the Lough), Frankie Gavin (Dé Dannan) u. dem Engländer Vin Garbutt. Den bedeutendsten stilistischen Einfluss auf eine ganze Generation von Whistlespielern übte aber das Album Feodóga Stáin von Mary Bergin aus. Sie setzte technische Standards, die seither von irischen, schottischen, bretonischen u. andere Virtuosen kopiert wurden u. dem Spieler einiges an Atemtechnik u. Phrasierung abverlangen. Weitere erwähnenswerte Meister der Tin-Whistle sind Joannie Madden aus New York, Laurence Nugent, Vinnie Kilduff, L. E. McCullough aus den USA, Séan Ryan aus Galway, Carmel Gunning aus Sligo, Laurence Nugent aus Co. Tyrone, Gavin Whelan aus Dublin u. Brian Hughes aus Kildare.
Low-Whistle. Die Low-Whistle wurde Anfang der 70er Jahre vom Instrumentenbauer Bernard Overton aus der Tin-Whistle entwickelt, liegt eine volle Oktav unter der D-Tin-Whistle u. hat im schottischen u. irischen Instrumentalfolk einen wahren Siegeszug angetreten. Ihr weicher dunkler Sound erinnert an den der Querflöte, welche an den Spieler sicher höhere Anforderungen stellt u. daher mit der Low-Whistle eine ernsthafte Konkurrentin bekam. Dennoch erfordert auch die Low-Whistle aufgrund der großen Löcher, des großen Abstandes dieser zueinander u. der enormen zum Spiel erforderlichen Luftmengen Experten, um ein nuancenreiches u. dynamisches Spiel zu ermöglichen. Wichtigste Promotoren dieses Instrumentes waren stets Uilleann Piper, wie Paddy Keenan, Finbar Furey, Joe McKenna u. später Davy Spillane. Die lyrischen Qualitäten irischer Melodielinien mit jazzigem Touch versieht Cormac Breatnach, eines der Originale der Dubliner Szene u. Leader der Jazz/Trad-Band Deiseal. Mit eklektizistischem Repertoire machen sich der Nordengländer Phil Brown und der Südire Phil Hardy um die Low-Whistle verdient. |
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